Julius F. Wollf
1871–1942

Herzblut­journalist
und medi­zi­ni­scher
Auf­klärer

»

Jeglicher Dilettantismus ist ein Unheil für die Zeitung, wie für den Leser.

Julius Ferdinand Wollf

Julius Ferdinand Wollf , 1871 in Koblenz geboren, wuchs in einer strenggläubigen jüdischen Familie auf. 1903 kam er nach Dresden und lenkte 30 Jahre lang die Geschicke der Dresdner Neuesten Nachrichten, der größten Zeitung Sachsens. Er mischte sich aktiv in die Belange der Stadtgesellschaft ein, und sein Netzwerk von Freunden und Bekannten aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur liest sich wie das »Who is who?« der 1920er-Jahre. Er steigt zum Vizechef der deutschen Verlegerschaft auf und wird gemeinsam mit dem Odol-Fabrikanten Karl-August Lingner zum wichtigen Kämpfer für die Idee eines Deutschen Hygiene-Museums, das 1930 in Dresden Realität wird. Mit dem Machtantritt der National­sozialisten wurde er als Jude aus der Leitung der DNN und seinen zahlreichen öffentlichen Ämtern entfernt. Am 27. Februar 1942, dem Tag seiner geplanten Deportation, nahm sich Julius Ferdinand Wollf gemeinsam mit seiner Frau das Leben.

Journalismus ist Leiden­schaft!

»Wißt ihr denn, wie man Zeitung macht?
Jede Nummer ist eine Schlacht!
Gründlich bleiben trotz rasender Eile.
Sprachkünstler sein mit Stichel und Feile.«

Julius Ferdinand Wollf

Wollf wird 1871 in Koblenz in eine streng jüdisch gläubige Familie hineingeboren. Sein Großvater Martin Wollf ist Kantor der jüdischen Gemeinde. Als Erwachsener – wahrscheinlich um die Jahr­hundertwende, während seiner Jahre als Theater­dramaturg und Journalist in München – konvertiert Julius Ferdinand Wollf allerdings zum Christentum. Vielleicht auch, weil es auch zu dieser Zeit für eine Karriere in Deutschland noch immer erfolg­versprechen­der ist? Und doch wird er auch in Dresden immer wieder mit seiner Herkunft, mit dem jüdischen Glauben seiner Familie konfrontiert werden …

Jude oder Christ? Ein Thema, das für Lingner keine Rolle spielt. Doch, um es vorweg zu nehmen: Für die National­sozialisten schon, die Anfang 1933 endgültig an die Macht kommen. Für sie bleibt Wollf Jude. Und auch in der Kulturstadt Dresden wird kurz darauf begonnen, Juden nach und nach aus dem Bild sowie systematisch auch aus dem Gedächtnis der Stadt zu drängen. Neben den Menschen sollen vor allem ihre Biografien sterben, so der perfide Plan. Auch Wollf wird dieses Schicksal treffen.

Jüdisches Gemeindezentrum Koblenz mit Synagoge im
Jüdisches Gemeindezentrum Koblenz mit Synagoge im "Bürresheimer Hof" / © Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005

Von München an die Elbe

Doch zunächst zurück ins Dresden des Jahres 1905. Vor gut zwei Jahren war Julius Ferdinand Wollf aus München an die Elbe gekommen. In der bayerischen Hauptstadt war er zunächst Dramaturg am Hoftheater, wechselte 1899 in die Redaktion der Münchner Zeitung. Im August 1903 wird Wollf von Herausgeber August Huck als neuer Chef zu den Neuesten Nachrichten nach Dresden geschickt, die ebenfalls Huck gehören. Wollf – er studierte Philosophie, Geschichte, Volkswirtschaft, Kunst- und Literaturgeschichte – ist dabei ausgewiesener Wirtschafts- und Theater­experte, aber vor allem eines: Herzblut-Journalist. Er öffnet seine Zeitung zahllosen klugen Köpfen. Hier werden in den kommenden 30 Jahren die wirklich bekannten Namen der deutschsprachigen Literatur­szene schreiben. Auch namhafte Politiker kommen zu Wort, wie Wollfs Duzfreund Gustav Stresemann. Wollf macht sich mit den Jahren deutschlandweit auch einen Namen als fundiert kritischer Theater­rezensent. Er kritisiert, um das Theater voranzubringen. Und hinterlässt dabei am Dresdner Hoftheater, dem späteren Staatsschauspiel, deutliche Spuren: Er nimmt aufgrund enger Kontakte nicht nur Einfluss auf den Spielplan, sondern auch auf personelle Entscheidungen. So verschafft er 1916 seinem Vetter Dr. Karl Wollf den Posten des Chefdramaturgen.1

»Ich glaube an die Zukunft des deutschen Theaters und daß es ein Bollwerk ist gegen den öden Materialismus eines allzu geschäftig, allzu geschäftlich gewordenen Lebens.«

Wollf avanciert zunehmend von Dresden aus zum ernstzu­nehmenden Strippenzieher in der deutschen Literatur- und Kunstszene. Er steigt im Deutschen Verlegerverein zum Vizechef auf, wird mit der Politik über die Belange der Presse im Ersten Weltkrieg verhandeln und versuchen, die Verlage vor den wirtschaftlichen Problemen durch den Versailler Vertrag zu schützen. Und er wird wie erwähnt enge Freundschaften zu namhaften Literaten knüpfen, wie zu Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Der legendäre Ver­­leger Samuel Fischer – Gründer des noch heute erfolgreichen S. Fischer-Verlags – ist ebenso enger Freund, wie Felix Salten; unter anderem Autor des bekannten Buches »Bambi«. Wollfs Bekannten- und Freundeskreis liest sich längst wie das »Who is who?« der 1920er-Jahre.

Neues Königliches Schauspielhaus, Dresden, Postkarte vor 1918
Neues Königliches Schauspielhaus, Dresden, Postkarte vor 1918

Zeitung als Plattform medizinischer Aufklärung

Die Zeit um das Jahr 1900 war geprägt durch technische Erfindun­gen, mit denen große Industriezweige wuchsen und die Wirtschaft insgesamt umgewälzt wurde. Die modernen Städte wurden Metropolen, in denen die Fabriken immer mehr Arbeitskräfte benötigten. Die Menschen lebten dicht gedrängt in ärmlichsten und unhygienischen Verhältnissen, in denen Viren und Bakterien ein leichtes Spiel hatten. Krankheiten wie Tuberkulose oder Cholera waren an der Tagesordnung.

Der Erste Weltkriegs und nicht zuletzt die Jahre danach ver­schärften dieses Dilemma. Die Wirtschaft lag am Boden, die Lebensbedingungen in den Mietskasernen waren katastrophal. Nicht das Wissen um die Krankheitserreger selbst war das Problem, sondern die fehlende Aufklärung der Bevölkerung darüber, dass Vorsorge eine wichtige Waffe im Krieg gegen die Erreger ist. Julius Ferdinand Wollf hatte diesen Zusammen­hang erkannt und öffnete nicht nur die »Dresdner Neuesten Nachrichten« für diese Ideen, sondern engagierte sich auch für eine Einrichtung wie das Deutsche Hygiene-Museum.

Sonderschau des Vereins Deutscher Zeitungsverleger auf der Jahresschau Deutsche Arbeit „Das Papier“, Dresden 1927, in: DNN vom 2. Juni 1927
Sonderschau des Vereins Deutscher Zeitungsverleger auf der Jahresschau Deutsche Arbeit „Das Papier“, Dresden 1927, in: DNN vom 2. Juni 1927

­

Kampf gegen Dilettantismus

Wollf bläst mit seinem Blatt kräftig frischen Gedankenwind ins verstaubte Dresden. Nicht zuletzt beim Thema Medizin, was ihn für den Odol-Fabrikanten Karl August Lingner wichtig macht. Wollf ist wie er überzeugt, dass Menschen Krankheiten nicht hilf- oder kampflos ausgeliefert sind. Aufklärung über Ursachen, Vorsorge und moderne Behandlungen sind für ihn wichtige Faktoren. Und Wollf hat zudem einen Hauptfeind in den Redaktionen ausgemacht: den Dilettan­tismus. So ist er nicht grundlos Vorkämpfer der universitären Ausbildung von Journalisten, gründet 1927 in Heidelberg den entsprechenden Ausbil­dungsgang mit.2 Nicht jeder, der einen Bleistift halten könne, sei auch Journalist, schimpft er. Wobei er bei medizinischen Themen nur Leute vom Fach schreiben lässt. Sein Credo:

»Nur der erprobte ärztliche Mitarbeiter, die als streng zuverlässig bekannte Korrespondenz sollen über Gesundheitspflege und Krankheitsbekämpfung in der Presse zu Wort kommen. Niemand darf mit Hoffnungen freventliches Spiel treiben!« 3

Odol-Werbung
Odol-Werbung / © Deutsches Hygiene Museum Dresden

Späte Freundschaft: Wollf und Lingner

Diese für Dresden – aber nicht zuletzt auch für die Idee des Deutschen Hygiene-Museums – so wichtige Freundschaft ist wohl vor allem der Hart­näckigkeit Karl-August Lingners zu verdanken. Lingner, der sozial Enga­gierte und durch die Produktion des Odol-Mundwassers zu prall gefüllten Konten Gekom­mene hatte sich dem Kampf gegen Krankheiten und Seuchen verschrieben. So unterstützt er das Desinfek­tions­­wesen in Dresden und auch die erste Säuglingsklinik der Welt wird hier mit Lingners Geld finanziert. Und ihm war klar, dass es in diesem Kampf vor allem eines braucht: umfassende Aufklärung. Genau dafür will Lingner unbedingt den jungen Chef­redakteur und Herausgeber der »Dresdner Neuesten Nachrichten« Julius Ferdinand Wollf ins Boot holen. So kämpft er ganz besonders um das Jahr 1905 herum um dessen Gunst - immerhin war das Blatt nicht nur die wich­tigste Dresdner Zeitung, sondern mit rund 120.000 Exemplaren auch über­regional beachtet. Doch Wollf bleibt Lingner gegenüber erstaunlich kühl. Er hatte sich hin­reißen lassen, räumt er später ein, all den Vor­urteilen zu folgen, die damals wie eine Mauer um Lingner aufgetürmt werden. Dresden neidet Lingner den wirtschaft­lichen Aufstieg. Dass er sich kein eigenes Bild gemalt hatte, grämt Wollf noch Jahrzehnte später. So wird er sich diese Last dann 1930 in einem sehr persönlichen Buch über Lingner von der Seele schreiben. Und darin schildert Wollf auch, dass Lingner nicht lockerließ – woraus letztlich eine enge Männerfreund­schaft wird.

Julius Ferdinand Wollf (1931) ; Karl August Lingner (1911);
Julius Ferdinand Wollf (1931) ; Karl August Lingner (1911); / © Foto Wolff: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft, Bd. I, Berlin 1931; Foto Lingner: Nicola Perscheid

Ein Hygiene-­Museum muss her!

Grundsteinlegung Deutsches Hygiene-Museums, 1930, Sammlung DHMD
Grundsteinlegung Deutsches Hygiene-Museums, 1930, Sammlung DHMD

­­

Nach dem frühem Tod Lingners 1916 wird Wollf einer der Testaments­vollstrecker. Wobei er sich nicht in erster Linie um das finanzielle Erbe seines Freundes kümmert, sondern vor allem um dessen Idee, einen Ort der medizi­nischen Aufklärung zu schaffen. Wollf wird einer der wichtigsten Streiter für das nicht unumstrittene Projekt Hygiene-Museum: mit seiner Zeitung, als promi­nenter Verleger und seinen Kontakten in Hinter- und vor allem Vorderzimmer der Politik. Nicht zuletzt nutzt er den von ihm im November 1928 in Dresden mitgegrün­deten Rotary-Club als wichtige Netz­werkstatt für die Unterstützung der Museums-Idee. Und Wollf ist frühzeitig Mitglied im Vorstand der »Zweiten Internationalen Hygiene-Ausstellung«, mit der 1930 das Hygiene-Museum eröffnet wird. Auch inhaltlich mischt Wollf sich ein. So regt er eine Ausstellung über Gefäß- und Herzkrankheiten an und entwirft ein »Krebs-Theater«. Eine kleine Drehbühne, auf der im Ausstellungsbereich Aber­glaube und Gesundheit in fünf Szenen das gefährliche Vertrauen in »Wunder­heiler« thematisiert wird. Die wissenschaftliche Arbeits­gruppe ›Aberglaube‹ steht sogar unter gemeinsamer Leitung von Wollf und Dr. Otto Neustädter, langjähriger Direktor der historisch-ethnologischen Abteilung des Museums.4

Die Grundsteinlegung

»Sie von der Verwaltung des Museums haben uns in Professor Julius Ferdinand Wollf und vielen anderen ungeheuer wichtige Stützen geliefert, auf denen der Bau der Ausstellung ruht!«

»Natur und Gesundheit«

Wollfs DNN sind 1921 die erste deutsche Tageszeitung, die mit den Seiten »Natur und Gesundheit« wöchentlich eine medizinische Beilage herausbringt. Und neben seiner Arbeit im Vorstand ist Wollf auch Mitglied des Senats des Museums. 1930 arbeitet er zusätzlich im Präsidium der »Zweiten Internationalen Hygiene-Ausstellung« mit. Ohne Wollfs Rolle für das Museum zu überhöhen: Er ist einer von vielen, aber dennoch einer der festesten Steine im Fundament!

Ins Aus gedrängt und entwürdigt

»Das Leben, das wir führen, zermürbt langsam, aber fühlbar auch den Körper. Mein Passionsweg …«

Nur drei Jahre später – im Mai 1933 - wird Wollf aus dem Museum gedrängt. Frei­willig, wie an­schließend höhnisch im Protokoll der Sitzung zu lesen ist. Frei­willig? Es ist vielmehr Wollfs Herkunft aus einer jüdischen Familie. Denn Juden werden nun mithilfe extra erlassener Gesetze und Ver­ordnungen aus allen öf­fentlichen Ämtern, der Kultur und nicht zuletzt den Medien gedrängt. Auch die »Dresdner Neuesten Nachrichten« ent­lassen Wollf.

Wird sein Fehlen bemerkt? Im Hygiene-Museum? In Dresden? Offiziell will Dresden dieses Fehlen jedenfalls nicht be­merken. Ja, es ist auch die Angst, die mit den National­sozialisten nun an der Elbe regiert. Dennoch gibt es kaum Versuche, zumindest heimliche Signale zu senden. Selbst Prominente wie der erwähnte Literatur-Nobelpreisträger Hauptmann lassen ihn plötzlich fallen. Wollf nennt all das »seinen Passionsweg«.

NS-Aufzug vor dem Deutschen Hygiene-Museum, 1935, Sammlung DHMD
NS-Aufzug vor dem Deutschen Hygiene-Museum, 1935, Sammlung DHMD

Gefährliche gedankliche Nähe?

»Es ist der freie Glaube an das Vaterland, der allein selig macht. An das ‚Deutschland über alles‘ nicht im Sinne der Länder­eroberung und Völkerunter­drückung wie man’s verketzert und fälscht. An das Vaterland, das uns über allem steht in der Welt!«

­­

Hat sich Wollf in diesen düsteren Jahren vielleicht auch gefragt, ob er den braunen Menschen­fängern mit seinen DNN gedanklich gefährlich nahe­gekommen war? Hatte sein Blatt schon seit den politisch wilden 1920er Jahren mit so manchem Text, so mancher Kampagne geistige Steig­bügelhalter-Dienste für Hitlers Mörderregime geleistet? Ja, Wollfs Wirtschafts­nationalis­mus, sein Hang zum Natio­nalliberalen und seine Abscheu gegen den Bolschewismus waren den Lesern sicher nicht verborgen geblieben. Wie auch seine Kritik an den wirtschaft­lichen Auswirkungen des Versailler Vertrags. Doch nein, ein nationa­listischer oder gar rassistischer Brandstifter allerdings war er nie!

Innenhof des Deutschen Hygiene-Museums 1945, Sammlung DHMD
Innenhof des Deutschen Hygiene-Museums 1945, Sammlung DHMD

Das Ende – ein selbstbestimmter Freitod?

»Wir haben so sehr gelitten, daß wir nicht mehr weiterleben wollen!«

Wollf ist schwer krank, er wird sein Augen­licht verlieren. Doch Arztbesuche werden ihm – als Juden – mehr und mehr verwehrt. Und nach der Würde wird ihm auch die wirtschaft­liche Sicherheit genommen: Seine Konten werden einge­zogen, seine Villa wird zum »Judenhaus«, fremde Menschen – durch die sogenannten Rasse­gesetze Entrechtete – werden zwangsweise einquar­tiert. Und am 20. Januar 1942 beginnen die Deportationen der Dresdner Juden in die Vernich­tungslager. 244 Dresdner Juden werden mit diesem ersten Transport ins Lager Riga gebracht. Auch Wollfs Bruder Max, den er 1905 als Proku­risten in den Verlag geholt hatte, sollte dazu gehören. Er erhängt sich in der Nacht zuvor. Am 24. Februar 1942 ergänzen die Wollfs noch einmal ihr Testament: »Wir haben so sehr gelitten, daß wir nicht mehr weiterleben wollen.« Nacht für Nacht kommen brutale Schläger: »Wenn ihr morgen noch lebt, bringen wir Euch um«, grölen sie am 26. Februar 1942 den Wollfs ins Gesicht. Am nächsten Tag nehmen beide Gift. Er ist sofort tot, Johanna Wollf quält sich noch eine nicht enden wollende Nacht lang.5

Julius Ferdinand Wollf; aus: Der Westen, Köln 1928
Julius Ferdinand Wollf; aus: Der Westen, Köln 1928

Tatsächlich vergessen, tatsächlich ausgelöscht?

Wollf ist in Dresden bis heute nahezu vergessen. Es scheint also, als hätten die National­sozialisten ihr Ziel erreicht.

Einige wenige gibt es aber doch, die versuchen, Julius Ferdinand Wollf aus diesem Vergessen zu reißen. So liegen seit 2017 zwei Stolpersteine für die Wollfs dort, wo ihre Villa in Dresden stand. Und im Frühjahr 2019 ist ein fast 600 Seiten starkes Buch über Wollf er­schienen, mit einem Vorwort des Direktors des Hygiene-Museums Professor Klaus Vogel. Der Dresdner Verleger Alexander Atanassow vom Kunstblatt-Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, »Vergesse­ne« zurück ins Bewusstsein der Stadt zu holen und dieses Buch heraus­gebracht.

Dresden, Franz-Liszt-Straße/Wiener Straße
Dresden, Franz-Liszt-Straße/Wiener Straße

Teilen &
Erinnerung schaffen

#tsurikrufn – machen Sie mit!

Mit dem Teilen dieses Porträts in sozialen Netzwerken unterstützen Sie unser Anliegen, an jüdische Persönlichkeiten, die unsere Gesellschaft seit über 1.700 Jahren mitgestalten, aktiv zu erinnern.

Über das Porträt

Ein »Erinnerungsstück« von
Deutsches Hygiene Museum Dresden
www.dhmd.de

Autor: Jens Fritzsche, Autor und Journalist, Dresden

Gestaltung und redaktionelle Bearbeitung: Dr. Ulrike Horstenkamp, AsKI e.V.

Technische Bearbeitung von Abbildungen, Audio- und Videodateien: Franz Fechner, AsKI e.V.

Quellenangaben

Deutsches Hygiene Museum Dresden
Das 1912 von dem Odol-Fabrikanten Karl August Lingner (1861–1916) als Gesundheitsmuseum gegründete Haus versteht sich heute als ein interdisziplinäres »Museum vom Menschen«. Es ist ein wichtiger Ort für die Dresdner Stadtgesellschaft, an dem über aktuelle Themen aus Wissenschaft und Kunst, Kultur und Gesellschaft debattiert wird. Mit seinem vielfältigen Ausstellungsprogramm ist es aber auch ein beliebtes Ziel für Gäste aus ganz Deutschland und aller Welt.

Die populärwissenschaftliche Dauerausstellung ist dem »Abenteuer Mensch« gewidmet, das mit klassischen Exponaten, Medien und interaktiven Stationen auf einem abwechslungsreichen Parcours in Szene gesetzt ist. Für die jüngsten Besucher bietet das Kinder-Museum einen erlebnisorientierten Einblick in die »Welt der Sinne«.

Die Dauerausstellung präsentiert zahlreiche Objekte aus der umfangreichen Sammlung des Museums, wie z. B. den »Gläsernen Menschen«, wertvolle Wachsmoulagen, anatomische Modelle und Präparate, internationale AIDS-Plakat-Kunst oder körper- und kulturhistorische Exponate aus unterschiedlichen Sammlungsbereichen.

Die großen Sonderausstellungen beschäftigen sich mit einem breiten Spektrum von aktuellen und historischen Fragestellungen - von Glück und Leidenschaft über Sex, Tod, Sport und Tanz bis hin zu Klima, Sprache oder Scham. Mit ihren kuratorischen Konzepten und neuartigen Szenografien stoßen sie auf großes Interesse nicht nur beim allgemeinen Publikum, sondern auch in der Museums- und Medienszene.

In Verantwortung für seine historische Rolle im 20. Jahrhundert, insbesondere als Propagandaeinrichtung der nationalsozialistischen Rassepolitik, beschäftigt sich das Museum immer wieder auch mit Persönlichkeiten der eigenen Institutionsgeschichte.